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Pflanzen

Das Pflanzen, die Grundlage für den Wald von morgen

Es dauert viele Jahre, bis ein Baum reif zum Schlägern ist. Die heutige
Baumernte verdanken wir denen, die rechtzeitig für “Baumnachwuchs”
gesorgt haben.


Der Pflanzgarten

Am Anfang stand der Forstgarten oder Pflanzgarten: ein eingezäuntes Grundstück, in dem die Bäumchen aus Samen gezogen wurden (Saatbeet). Nach etwa einem Jahr wurden die jungen Pflanzen „verschult“: sie wurden in den Verschulrechen eingehängt und in gleichen Abständen ins Verschulbeet gesetzt. Dort wuchsen sie weitere 2 bis 3 Jahre, bis sie 30 bis 40 cm hoch waren. Diese Arbeiten wurde von Lehrlingen, bzw. den Frauen oder Töchtern der Holzknechte erledigt.

Aussetzen im Schlag
Die Jungpflanzen wurden dann „ausgenommen“ und zu Hunderterbüscheln in die Schläge getragen, die kultiviert werden (wo die Pflanzen gesetzt werden) sollten. Zunächst wurden die Bündel an einem „schattigen Platzl eingeschlagen“: die Pflanzen wurden in einem Graben schräg in die Erde gelegt und die Wurzeln mit der Aushuberde (oder auch Schnee oder Moos) zugedeckt, um sie bis zur eigentlichen Pflanzung vor dem Austrocknen zu schützen (vor allem die feinen Wurzeln waren empfindlich) und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich an die rauheren Klimabedingungen in höheren Lagen (in denen das Wachstum langsamer ist) anzupassen. In niederen Lagen konnten sie unmittelbar eingesetzt werden.

Der Graber und der Setzer
Die Pflanzung erfolgte je nach Witterung im April und Mai. Dabei gab es einen „Graber“ und einen „Setzer“ (meistens Frauen). Der Graber benutzte anfänglich für die Herstellung des Pflanzlochs einen Krampen (bei kleinen Pflanzen in Hanglagen auch das Pflanzheindl). Der Setzer musste darauf achten, dass alle Wurzeln gut mit Erde bedeckt waren. Die Kontrolle lag beim Förster: er zog an den obersten Nadeln des frischgesetzten Bäumchens: wenn sie ausrissen, war das Bäumchen fest genug gesetzt.
Ab den 60ern des 20. Jahrhunderts benutzte man die Wiedehopf- oder Kreuzhaue statt des Krampens. Zuerst wurde ein Schlag mit der geraden Seite, dann mit der quergestellten Seite ausgeführt und ein dreieckiges Stück Erde „aufgedreht“. Dann wurde die Pflanze eingesetzt und die Erde wieder zugedrückt. Die Struktur der Erde wurde so kaum verletzt (Kapillaren der Erde blieben erhalten). Diese Arbeit konnte von einer Person erledigt werden, die auch die Pflanzen im Pflanzkisterl (Kulturkisterl) mitführte.

Der richtige Zeitpunkt
Nach der Schlägerung bei der Endnutzung (wenn die Stämme mit 100 bis 120 Jahren ihre endgültige Größe erreicht hatten) wurde mit der Neupflanzung ein Jahr zugewartet (Schlagruhe). Innerhalb dieser Zeit verschwand der Rüsselkäfer wieder, der nach der Fällung den Baumstumpf meist befiel, und es löste sich die Rinde vom Stock, sodass sie dann leicht abgeschlagen werden konnte (damit wurden einerseits die Schädlinge unter der Rinde beseitigt und die Rinde konnte später nicht abbrechen und auf die Jungpflanzen fallen). Bei der Aufforstung war der enge Pflanzverband üblich (eine Pflanze auf etwa 1 x 1 m). Die Jungpflanzen wurden unmittelbar in Stocknähe talseitig gesetzt (damit der Stock die kleine Pflanze vor dem Schneedruck und vor herunterrollenden Steinen schützen
konnte).
(Heute wird diese Jahresfrist nicht mehr eingehalten, sondern die Jungpflanzen werden in ein Schädlingsbekämpfungsmittel getaucht, um gegen den Rüsselkäfer geschützt zu sein).

Die Arbeit des Pflanzens wurde im Akkord durchgeführt: bis zu 60 Pflanzen (oder auch mehr je nach Bodenbeschaffenheit) mussten in der Stunde gesetzt werden. Dieser Leistungsdruck konnte leicht zu Unregelmässigkeiten führen, da insbesondere bei schlechten Bodenverhältnissen die verlangte Stückzahl bei guter Setzqualität kaum zu erreichen war.

Das beste Alter des Baumes
Nicht alle gesetzten Bäume sollten das volle Alter von 100 bis 120 Jahren erreichen. Bei der Durchforstung wurde der mögliche Zuwachs auf eine ausreichende Zahl wertvoller Bäume gelenkt. Weniger taugliche und dürre Bäume wurden entnommen, damit die verbleibenden gefördert wurden und gleichzeitig eine Bodenverbesserung erreicht wurde (die Entwicklung der Bäume hängt wesentlich von der Bodenqualität, der „Bonität“ des Bodens ab).

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